Einen guten Rutsch

Möge mein Irokesenteufel nächstes Jahr alle schlechten Dinge für euch verjagen:

Figurine mit Schneehaube
Manchmal verzaubert Schnee etwas auf unerwartete Weise
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Jahresrückblick – ein Wort

Ich bin privat weiterhin dabei, auf das Jahr zurückzublicken.

One Word. Encapsulate the year 2017 in one word. Explain why you’re choosing that word. Now, imagine it’s one year from today, what would you like the word to be that captures 2018 for you? Auf Deutsch: Fasse das Jahr 2017 in einem Wort zusammen und erkläre, warum du dieses Wort gewählt hast. Überlege dir, welches Wort du dir in einem Jahr als Zusammenfassung für 2018 wünschst.

Ich stelle mir diese Frage jedes Jahr. Im Laufe der Zeit ist mir klargeworden, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, welches Wort ich wähle, sondern auf die Überlegungen, die zu diesem Wort führen.

Mein Wort für das Jahr 2017 ist: Selbstakzeptanz.

Ein Wort, dass in aller Munde ist und hinter dem sich so viel verbirgt. Ein Wort, an dem man sich abarbeiten kann.

In meinem Fall steht dieses Wort für ein schon viele Jahre dauerndes Projekt. Aufgrund einer langen Geschichte hatte ich eine völlig verzerrte Selbstwahrnehmung meiner Persönlichkeit und meines Charakters. Der Psychologe sagt dann, dass Eigen- und Fremdbild stark voneinander abweichen. In meinen Fall ins negative Extrem.

Dummerweise reicht es nicht, einfach alle Überzeugungen ins Positive zu drehen. Denn ich bin nicht ohne Fehler. So bin ich seit Jahren dabei, jede meiner Eigenschaften (und als komplexer Mensch weise ich viele davon auf) einer genauen Musterung zu unterziehen, um dann meine Meinung mit der Realität (in Form der Meinung von mir nahestehenden Menschen) abzugleichen.

Dieses Jahr bin ich an den Punkt gekommen, an dem ich so viele meiner Eigenschaften neu kalibriert hatte, dass ich bemerkt habe, dass ich gar nicht so schwierig bin, wie ich immer dachte. So als Mensch. Interessanterweise hat diese Selbsterkenntnis und Steigerung meiner Selbstakzeptanz den Umgang mit mir erleichtert.

Was nächstes Jahr kommen wird, weiß ich nicht. Aber es wäre schön, wenn ich ein paar Früchte dieser Änderung meiner inneren Einstellung einfahren könnte.

Diät bei Mann und Frau: 2. Die Ernährung

Endlich komme ich dazu, Teil zwei meines klischeebeladenen Diätvergleichs zwischen den Geschlechtern zu schreiben (Teil1 findet ihr hier).

Die Frau

Seelisch und mental vorbereitet setzt sich Frau an den Tisch, um das Essen für die erste Diätwoche zu planen. Eine Diät ist schließlich so eine tolle Gelegenheit, sich selbst mal wieder etwas Gutes zu tun und die eigene Ernährung unter die Lupe zu nehmen. Eine Ernährungsumstellung ist angesagt! Erst einmal Surfen, welche Lebensmittel besonders gesund sind – ah, Superfood. Genau das braucht der arme Körper. Und diese Rezepte schauen sooo lecker aus.

Mit wehendem Mantel verlässt Frau das Haus, kauft für die kommende Woche ein und genießt. Alles schmeckt wunderbar, die blöde Kollegin vom Zimmer nebenan guckt vergrämt auf mitgebrachten die lecker-schmecker Snacks. Noch nicht einmal abends hat Frau Hungergefühle. Die ersten Kilos purzeln. Zwar sicher auch Wasser, aber wer fragt schon.

Da macht es auch nichts, dass beim Wocheneinkauf für die zweite Woche doch ein paar Süßigkeiten im Einkaufskorb landen. Hin und wieder naschen ist erlaubt. Dafür lasse ich einfach ein paar der Snacks zwischendurch weg. Die Vorbereitung ist mir eigentlich viel zu aufwendig, ich bin abends immer so müde.

Mist, ich habe das Fest bei xy vergessen. Da gibt es immer die perfekte Lasagne und zum Nachttisch das gute Tiramisu. Ach, ist doch nur ein Tag, den hole ich wieder auf, wenn ich am nächsten Tag ein paar Kalorien zusätzlich einspare. Wobei das schon ganz schön viel ausmacht. Eigentlich dürfte ich am folgenden Tag fast gar nichts mehr essen.

… Hilfe, meine Waage spinnt! Gut, ich hatte zwei Portionen Lasagne, dann noch Nachttisch und es gab dazu so einen guten Wein. Aber das habe ich doch nicht verdient, fast alles ist wieder drauf. Ich brauche einfach mehr Willenskraft!!! Aber jetzt ist eh alles egal, ich bestell den Pizzaservice. Morgen mache ich mit der Diät weiter …

Der Mann

Mann sucht als Erstes den Drogeriemarkt auf, um sich Eiweißpräparate zu besorgen. Schließlich braucht er Futter für den geplanten Muskelaufbau.

Dann lädt er sich die App zum Kalorienzählen runter und loggt eine Woche mit. Stellt fest, dass er noch nicht das geplante Defizit von 1000 Kalorien pro Tag erreicht hat und überlegt. Nächste Woche beim Grillfest lädt er dann stolz das gekaufte Putenfleisch auf den Grill und doziert über die nötige Ernährungsumstellung, weil er ansonsten nie den erhofften Halbmarathon (wahlweise durch anderes herausforderndes sportliches Ziel zu ersetzen) laufen kann. Sinnierendes Nicken von seinen Freunden.

Der wahre Kern

Die Welt ist manchmal ungerecht. Die durchschnittliche Frau verbraucht stoffwechsel- und größenbedingt weniger Kalorien am Tag als der durchschnittliche Mann. Wenn beide also 500 Kalorien am Tag einsparen wollen, bleibt darf die Frau zum einen weniger essen als der Mann und diese 500 Kalorien macht einen größeren Teil ihres bisherigen Tagesverbrauchs aus. Sie hat also mehr das Gefühl, sich einzuschränken, weil sie einen größeren Anteil ihres Essens weglassen muss.

Eine Diät ist für eine Frau also faktisch schwieriger als für einen Mann. Dazu kommt allerdings noch, dass viele Frauen nicht möglichst nah an ihrer bisherigen Ernährung bleiben wollen, sondern das Abnehmen für eine Art Rundum-Erneuerung halten. Altes Leben bitte am Eingang abgeben. Häufig wird es dann zu schwierig und Frau muss wieder eine gescheiterte Diät auf ihre Liste der Misserfolge schreiben.

Jahresrückblick – Seelennahrung

Der Advent ist ja die Zeit der Geschichten und der Rückblicke, um sich für das neue Jahr vorzubereiten.

Also: „In den alten Zeiten des Internets – ich spreche hier vom Jahr 2010, als wir die Leitungen noch persönlich fegten, alle sich lieb hatten und statt Kommerz noch die Sehnsucht nach Weiterentwicklung den Dialog bestimmte – versammelten sich einige der damals interessantesten Blogs der englischsprachigen Blogosphäre und beschlossen, dass jeder von ihnen eine Frage stellen solle, das ablaufende Jahr betreffend, die dann von allen anderen in ihrem Blog beantwortet werden durfte.

Wie es damals so war, durften nicht nur die 30 Blogs mitmachen, die die Fragen beisteuerten, sondern alle, die Spaß hatten, durften sich in eine Liste eintragen und bekamen jeden Morgen diese Gedankenanregungen zugeschickt. Das Ganze nannte sich ,reverb 2010‘.

Doch wie ihr wisst, liebe Kinder, ist alles im Internet vergänglich. Viele Blogs hörten nach kurzer Zeit auf, die Fragen zu beantworten. Eine Neuauflage im nächsten Jahr gab es nicht mehr und die zugehörige Website gehört heute einem Werbeunternehmen, das dem arglos Surfenden, den es über alte Links auf diese Seite verschlägt, Links zu gaaanz bösen Seiten anbietet.

Doch noch ist nicht alles verloren. So mancher hat eine Liste mit den alten Fragen aufbewahrt und beantwortet immer noch den ganzen Dezember diese Fragen, wenn auch zumeist nicht öffentlich. Zu diesen Menschen gehört eure Tante julilo. Damit diese wunderbare Idee nicht völlig vergessen wird, habe ich mit entschieden, zumindest eine dieser Fragen hier öffentlich zu beantworten.

Die heute dafür von mir rausgesuchte Frage lautet: ,Soul Food: What did you eat this year that you will never forget? What went into your mouth & touched your soul?‘ Auf Deutsch: ,Seelennahrung: Was hast du in diesem Jahr gegessen, das du niemals vergessen wirst? Was wanderte in deinen Mund und hat deine Seele berührt?

Wie jedes Jahr fällt es mir die Antwort auf diese Frage besonders leicht. Gut gegessen habe ich fast immer, aber ein Restaurantbesuch hat in diesem Jahr alles überragt. Begebt euch bitte in Gedanken an die italienische Adriaküste. Denkt euch ein Gewerbegebiet nahe dem Hafen, einen desolaten Parkplatz, auf dem die Damen mit Hilfe ihrer Begleitung im Dunklen über groben Kies auf einen unverputzten zweistöckigen Betonbau zustöckeln. Innen dann der typische mittelitalienische Restaurantcharme, hohe Halle, große Tische mit weißen Tischdecken. An der Kasse sitzt die Mutter des Kochs mit wachsamen Augen und sorgt dafür, dass alles reibungslos seinen Gang geht.

Aber dieser kalte Raum wird warm dadurch, dass er komplett gefüllt ist mit Italienern. Alle Tische sind besetzt und es wird geredet und gelacht, wenn auch vielleicht etwas zurückhaltender als bei einem Familienfest. Zwei Kellner sind für den Vier-Personen-Tisch zuständig, die eine fragt nach dem Getränkewunsch, der andere bringt die Karte. Wir bestellen das Fischmenü.

Was dann folgt, lässt sich nur bedingt beschreiben. Die Fischvorspeisen, wie zum Beispiel das Garnelen-Ceviche, sind eine extrem feine Komposition von verschiedenen Zutaten, ohne das Gericht durch zu viel Ausnutzen der Möglichkeiten der heutigen Küchentechnik zu verderben. Jede dieser Zutaten steht im Gleichgewicht mit dem Rest, ausgewogen und elegant.

Ich schwöre, dass ich beim Essen 10 Zentimeter über meinem Sitz schwebte. Es war ein fast transzendentales Erlebnis. Ich habe schon viel gegessen, das gut war. Ich kenne Geschmacksexplosionen, Überraschungen und Gerichte, in die ich mich hineinlegen hätte können. Aber dieses Essen hat meine Seele berührt, weil es sie verfeinert hat. Mein Rücken wurde gerader, mein Gespräch gehaltvoller und ich stellte fest, welche feinen Nuancen ich doch schmecken kann. Seelennahrung, die mir zeigte, was doch alles in mir steckt.

So, liebe Kinder und jetzt dürft ihr die erste Kerze am Adventskranz entzünden.“

Übrigens darf jeder, der mag, diese Frage für sich oder auf seinem Blog beantworten.

Was macht das Gewicht – Dezemberausgabe

Heute Morgen öffnete ich das erste Türchen meines Adventskalenders, es ist also an der Zeit, euch über meine Gewichtsentwicklung im letzten Monat auf dem Laufenden zu halten.

Viel zu berichten gibt es nicht. Mein Gewicht schwankte weiterhin um die 69-Kilogramm-Marke herum.

Ich persönlich bin damit sehr zufrieden, weil ich, genau wie im Oktober, nicht mit großen Gewichtsveränderungen/Wassereinlagerungen kämpfen musste. Zusätzlich bin ich mir jetzt sicher, dass ich im November mein Gewicht von 69 Kilogramm halten konnte.

Seit September verstehe ich besser, warum die berühmten Crash-Diäten nur bedingt funktionieren. Wie üblich musste ich dazu das Problem am eigenen Leibe spüren. Dafür kann ich jetzt aus Erfahrung bestätigen, dass man während des schnellen Abnehmens viel Wasser verliert, das man bei einer recht abrupten Rückkehr zu normalem Essverhalten genauso schnell wieder einlagert. Turbulente Gewichtsschwankungen eingeschlossen.

Sollte ich also die zwei Kilogramm wieder verlieren wollen, werde ich es langsamer angehen lassen und ich werde sicherstellen, dass wir nicht direkt nach Beendigung der Diät in Urlaub fahren. Leben, um zu lernen.

Nervosität

Da stehe ich mit meinen vielen Ideen und setze mal wieder nichts davon um. Meine Gedanken kreisen stattdessen um ein Thema, das unser Leben stark verändern könnte. Vielleicht, wenn alles klappt, sogar zum Positiven.

Lieber schreibe ich im Moment Texte, die gar nichts mit meinem Leben zu tun haben. Das beschäftigt und lenkt ab, nur die Artikel hier fallen mir gerade sehr schwer. Sie sind zu nah dran.

Immerhin habe ich hiermit die Entscheidung getroffen, mich weniger als bisher an ein festes Veröffentlichungsschema hier in diesem Blog zu halten. Ab jetzt wird veröffentlicht, sobald der Text fertig ist. Ohne jeden Druck schreibt es sich vielleicht leichter.

Ich geh jetzt Musik hören und werde laut mitsingen!

Was macht das Gewicht – Novemberausgabe

Meine Blogpause ist wieder vorbei und ich möchte euch zumindest einen kurzen Bericht über meine Gewichtsentwicklung im letzten Monat nachreichen.

Der Oktober verlief wesentlich ruhiger als der September. Wir waren weniger unterwegs und genossen unsere ruhigen Wochenenden zuhause. Mein Gewicht schwankte den ganzen Monat um die 69 Kilogramm.

Ich habe also in den letzten beiden Monaten zwei Kilogramm zugenommen. Trotzdem bin ich mit meinem Gewicht im Oktober zufrieden, weil ich nicht mehr diese extremen Ausschläge auf der Waage hatte. Es kann einfach nicht gesund sein, von einem Tag auf den anderen zwei Kilogramm Wasser einzulagern, dann wieder zu verlieren, wieder einzulagern usw.

Ich wusste zum Schluss gar nicht mehr, wie viel ich eigentlich wiege.

Zumindest diese Frage ist jetzt geklärt und ich habe damit mein Ziel für den Oktober erreicht. Ich werde euch berichten, was der November bringt.